Interne vs Externe Skills (Fähigkeiten)

Wenn man heutzutage von Training oder „Fitness“ spricht, liest oder hört, dann geht es im großen und ganzen immer nur um entweder: Abnehmen, Muskeln aufbauen, mehr Gewicht, mehr Wiederholungen, schnellere Zeiten oder Gymnastische Übungen wie Front Lever, Handstand, Planch, Muscle up und co.

Man spricht also immer nur von „Externen“ Parametern. Dinge die man sehen und ganz klar messen kann.

Tja, leider fehlt in dieser Gleichung ein wichtiger Part, welcher im „Westen“ verloren gegangen bzw. nur einem kleinen Anteil der Gesellschaft bekannt ist. Es handelt sich dabei um „Interne“ Fähigkeiten. Anpassungen und Vorgängen die von aussen nicht ganz klar ersichtlich sind. Diese aber eine immense Hilfe gegen Fehlhaltungen, Dysbalancen, Verspannungen und sehr vielen Gelenks- und Rückenschmerzen darstellen.

Mit Gelenkschmerzen meine ich, Schmerzen welche auf Grund eines übermäßigen Muskeltonus und aus Fehlhaltungen indiziert werden. Liegt also keine diagnostische Erkrankung bzgl. dieser Schmerzen vor, dann trifft meine definition darauf zu. Skoliosen und Bandscheibenprobleme können ebenfalls durch Verspannungen und Fehlhaltungen und/ oder langfristig erhöhter Muskeltonus hervorgerufen werden. 

Externe Skills:

  • Verbesserung der Funktionen aller Systeme, die man von außen gut erkennen kann:
    • Zusammenarbeit unserer Muskeln
    • Bewegungsmuster erlernen und verbessern
    • Bewegungsabläufe

Interne Skills:

  • Verbesserung unserer Körperwahrnehmung, im Speziellen der Kinästhetik (Lehre der Bewegungsempfindung)
  • Vertiefung der Verbindung von Körper und Geist;
  • Muskelgruppen/ Faszienzüge spüren und fühlen lernen
  • Dynamische Entspannung erlernen (so viel Muskelspannung als nötig und nicht mehr)

Faszientraining- jeder redet davon, fast keiner tut es wirklich

Faszientraining ist ja gerade sehr aktuell und wird überall beworben und verkauft. Grundsätzlich muss man wissen, das man mit jeder Bewegung, auch wenn man nichts tut, diese Faszienzüge trainiert. Aber nur die wenigstens schaffen es die Faszienzüge auch willentlich zu ihrem nutzen zu trainieren. Mit den ganzen angepriesenen Tools wie Schaumstoffrollen und co klappt dies natürlich auch nicht. Es handelt sich nur um eine Symptombehandlung, wie halt bei allem in unserer westlichen Welt. Ein bisschen massieren, dehnen, drücken, ein paar Übungen und alles wird wieder gut…….für eine kurze Zeit —> bis es dann wieder von vorne los geht; entweder dasselbe Problem wieder oder aber auch an einer anderen Stelle des Körpers.

Und so weiter und so fort…….wir drehen uns im Kreise!!! Niemand arbeitet an den wirklichen Ursachen.

Und es kann ja nicht das Ziel sein, jeden Tag auf so einer Schaumstoffrolle herum eiern zu müssen!? oder etwa schon?

Mit dem erlernen/verbessern unserer Internen Skills kommen wir im laufe der Zeit an den wirklichen Ursprungsort des Problemes/ Schmerzes und können diesen somit definitiv los werden. Und dies geschieht eben unter Anwendung eines „richtigen“ Faszientraining.

Eventuell kommt die Frage auf:

Was sind Faszien denn Überhaupt?

Definiton aus dem Wikipedia:

Faszie (auch Fascie, Entlehnung aus dem Lateinischen fascia für „Band“, „Bündel“) bezeichnet die Weichteil-Komponenten des Bindegewebes, die den ganzen Körper als ein umhüllendes und verbindendes Spannungsnetzwerk durchdringen. Hierzu gehören alle kollagenen faserigen Bindegewebe, insbesondere Gelenk- und Organkapseln, Sehnenplatten (Aponeurosen), Muskelsepten, Bänder, Sehnen, Retinacula (sogenannte „Fesseln“ beispielsweise an den Füßen) sowie die „eigentlichen Faszien“ in der Gestalt von flächigen festen Bindegewebsschichten wie die Plantarfaszie an der Fußsohle.

Nun ja, auf gut deutsch, es handelt sich um eine bindegewebsartige Struktur, die irgendwie in unserem ganzen Körper in bestimmten Linien miteinander verbunden ist. Dies kann bedeuten, habe ich eine übermäßige Muskelspannung im großen Zehen und in der Fußsohle, kann sich dies in meinem Nacken bemerkbar machen, da die sogenannte Plantarfaszie ein Teil der Rückenlinie bildet und somit  eine Verbindung bis in den Nacken hinauf erfährt.

Bleibt die Spannung in der Fußsohle unterschwellig (ohne Schmerz) ich habe aber Nackenschmerzen, wird es nichts nützen am Nacken herum zu basteln. Dem Nacken fehlt nichts, die Ursache liegt in der Fußsohle. Nur mal so zum Verständnis.

Wie trainiere ich nun diese Faszien zu meinem Vorteil?

Das ist die entscheidende Frage……ich persönlich habe einen Weg gefunden dies zu tun. Anmerkung: Wahrscheinlich gibt es auch noch andere Möglichkeiten, von denen kann ich aber nichts berichten.

Ich erlernte/ und lerne immer noch (mein restliches Leben noch…:-)…..) uralte Kung Fu Techniken um einen spürbaren Zugang zu den Faszienzügen zu erhalten.

Man spricht dann von: Dein Körper und dein Geist sind besser miteinander Verbunden! Es ist möglich, die Faszienzüge willentlich zu beeinflussen und zu seinem Vorteil zu nutzen!!

Dies bedeutet, ich brauche weniger Muskelkraft, bewege mich effizienter und flüssiger, bin aber zugleich Kraftvoller als je zu vor. Meine langjährigen Wehwehchen sind alle verschwunden, ohne irgendwelche Reha- Übungen mit Gummiband, Schaumstofftrolle, Massage und co.

Übungen (Gymnastische Übungen), welche ich überhaupt nicht trainiere, werden trotzdem besser!!!

Aber auch Wandern, Radfahren und andere „Ausdauerabhängige“ Tätigkeiten fallen mir leichter, und dass, obwohl ich schon seit 8 Monaten keine einzige Minute mehr meine „Ausdauer“ im klassischen Sinne (Laufen, Intervalle, Zirkel,…..) trainiert habe.

Ich rede immer von „Magie“ und bin total fasziniert wie unser Körper wirklich funktioniert und mein Lehrer sagt nur: „Markus, just plain, old Kung Fu!! (Nur einfaches, altes Kung Fu!!)

Zuerst die Atmung, dann die Faszien, dann die Muskulatur

Das wichtigste ist die richtige Atmung. Die meisten denken, ich kann atmen……..hmmmmm, heutzutage kann fast keiner mehr richtig Atmen!! Eine gute Atmung senkt unter anderem die Muskelspannung und sorgt sonst noch für allerlei gute Dinge in unserem Körper.

Auf der Bewegungswerkstatt Facebookseite findest du ein tolles Video bzgl. der Atmung und ihren Einfluss auf unseren Körper.

Anmerkung: Deshalb darf ich auch jeden Tag ca. 15 Minuten meine Atmung alleine trainieren. Man muss allerdings wissen, mein Training umfasst ca. 2 Stunden täglich und jede andere Übung ist nur mit guter Atmung auch effizient und zugänglich. Also ist das ganze Training eine „Atemübung“!! 

Ich brauche diese Atmung um meine Muskeln so gut als möglich zu entspannen, damit ich einen spürbaren Zugang zu den Faszienzügen erhalten kann. Ein überhöhter Muskeltonus verhindert, dass ich die Faszien spüre, da meine Gelenke nicht in der richtigen Position stehen und meine Muskeln die ganze Arbeit übernehmen.

„Dynamische Entspannung“ erlernen, heißt das so schön!! Wie bei einer Gitarrenseite, ist diese zu fest gespannt, reißt sie eventuell, ist sie aber zu wenig gespannt, kommt kein Ton dabei raus!!!

Wie sieht denn so ein Training aus?

Dies erkläre ich in einem meiner nächsten Artikel.

Keep on moving!

Coach Markus