In der Fitnessindustrie hat sich das Motto: „Schneller, Höher, Weiter!“ schon sehr tief manifestiert. Nun ja, wenn ich mein Geld damit verdienen muss, dann muss ich das eine oder andere in Kauf nehmen. Wenn ich aber Sport/ Training als Ausgleich, Hobby und als Prävention betreibe, dann macht es überhaupt keinen Sinn, seinen Körper beim Training zu schrotten!!!

Ich persönlich bin auch mal in diesem Motto gefangen gewesen, bis zu dem Zeitpunkt, als mein Körper begann mir deutliche Signale zu senden: „Hey Buddy, so kannst du nicht weitermachen!“ Wie hat er sich bemerkbar gemacht fragst du dich? Nun ja, ein Wehwehchen hier, ein Wehwehchen da und ein Wehwehchen über Monate hin weg. Das eine kam und ging um dann wieder zu bleiben……ich denke, viele von euch wissen wo von ich rede.

Natürlich habe ich alle möglichen Reha- Übungen, Mobility- und Stabilitydrills angewandt; leider nur mit mäßigem Erfolg!!

Ein umdenken hat stattgefunden

Irgendwann kam ich an den Punkt, an dem ich mir gedacht habe: „Nun ja, wenn mein Körper mir zeigt, dass dies so langfristig nicht mehr funktionieren wird —> dann muss ich mehr mit meinem Körper als gegen ihn trainieren!“ Und ab diesem Zeitpunkt war es mir egal ob nun 15 Klimmzüge oder 20, 30 oder 50 Liegestütz, 150kg Deadlift oder 165kg, usw..

If you can´t move slow, you can´t move fast!! Ein einfaches Prinzip, welches jeder sofort umsetzen kann

Das Training muss mit mehr Aufmerksamkeit und Gefühl für den eigenen Körper stattfinden. Das Wichtigste sollte sein: Wie fühlt sich die Bewegung an? Flüssig? Stockt sie irgendwo? Bleiben alle Gelenke in der gewünschten Position? Habe ich die Bewegung verstanden? Fühle ich irgendwo eine Überlastung eines Muskels bzw. eines Gelenkes? Kann ich eine gute Bauchatmung während der ganzen Übung aufrecht erhalten? Wo befindet sich mein Körperschwerpunkt? Belaste ich meine beiden Füße gleich?

Um dies alles „erfühlen“ zu können, bedarf es einiges an Übung und vor allem einen langsamen (sehr langsamen) Bewegungsablauf. Ein guter Anhaltspunkt sind so ca. 30-60sec pro Wiederholung. Jop, du hast richtig gelesen: 30-60 Sekunden pro WH! 

Und es gibt eine Redewendung die heißt: If you can´t feel it, you can´t improve it!! (Wenn ich etwas nicht fühlen kann, dann kann ich es nicht verbessern!) —> Kann ich also eine Muskelgruppe nicht fühlen und bewusst ansteuern, dann kann ich diese auch nicht verbessern!!!

Ausdauertraining im gleichen Sinne

Dieselben Prinzipien gelten natürlich auch im Ausdauerbereich. Dort kann man zu beginn wirklich mal auf seine Atmung achten. Nase einatmen und auch wieder ausatmen. Jeder Atemzug sollte die Prinzipien einer guten Bauchatmung entsprechen. Deine Atemfrequenz sollte bei ca. 12-18 Atemzüge in der Minute liegen. Vielleicht musst du deine aktuelle Laufgeschwindigkeit ein wenig reduzieren, aber über kurz oder lang wirst du effizienter werden und schneller laufen als zu vor. Vorausgesetzt dein Körper ist muskulär bereit zu laufen…..:-)

Die Atmung gibt dir eigentlich schon sehr viel vor; egal ob Kraft- oder Ausdauertraining! Dies ist schon mal ein guter Schritt in die richtige Richtung um langfristig „Fit“ und Gesund zu bleiben. Und keine Angst, dein Training wird sich trotzdem noch „Anstrengend“ anfühlen und deine Leistung wird sich weiterhin steigern! Allerdings in einer Geschwindigkeit, die dein Körper auch verarbeiten kann! Damit du dich mit 90 oder 100 Jahren auch noch gut bewegen kannst!!

Keep on BREATHING!

Coach Markus- Bewegungswerkstatt